Katzensprache - verstehen und richtig deuten
Katzenlaute verstehen – von Knurren bis Schnurren
4 years, 9 months ago Posted in: Katzensprache - verstehen und richtig deuten 3
Katzenlaute verstehen - von Knurren bis Schnurren
Flickr / mingo-nl

Katzenlaute – was bedeuten sie?

Katzen sind Tiere, die neben der Körpersprache auch ein großes Repertoire an verschiedenen Lauten zur Verfügung haben, um uns und ihren Artgenossen ihren jeweiligen Gefühlszustand mitzuteilen. Als Katzenhalter lernt man recht schnell zu entschlüsseln, was das Kätzchen einem sagen möchte, jedoch sind sich vor allem Anfänger manchmal unsicher, was bestimmte Katzenlaute zu bedeuten haben.

 

  • Miauen – das klasssiche Katzengeräusch

Das Miauen ist der Laut, den man am schnellsten im Kopf hat, wenn man an Katzenlaute denkt. Es ist das Kommunikationsmittel Nummer 1 der Katze und wird dementsprechend vielfältig verwendet. Dabei variiert die Intensität und Häufigkeit des Miauens je nach Katze: Manche Katzen sind her stillere Zeitgenossen, manche sind richtige Plaudertaschen – also genauso wie bei uns Menschen. Auch Katzenbabys können schon miauen, allerdings tun sie das mit einer höheren Stimme als eine erwachsene Katze. Während des Aufwachsens wird ihre Miau-Stimme meistens tiefer, manche Kätzchen behalten den hohen Ton aber bei.

 

Verschiedene Bedeutungen des Miauens

  • „Hallo, schön, dass du da bist!“

Zum einen wird das Miauen als Begrüßung verwendet, das kann natürlich sofort einhergehen mit der Mitteilung: „Ich hab Hunger, gib mir was zu essen!“

 

Diese Katze möchte offensichtlich etwas:

 

  • „Wo seid ihr denn?“

Unsere Katzen rufen sich gegenseitig mit Miau-Lauten, wenn sie sich nicht finden. Das kann manchmal ziemlich lange dauern und klingt dann wie „Mau? Mau? … Maaauuuu?…Maaaauuuuu!“ Das gleiche Geräusch machen sie auch, wenn sie sich langweilen und zeigen wollen, dass sie Unterhaltung brauchen.

 

  • „Mir tut was weh!“

Wenn Ihre Katze in bestimmten Situationen längere Miaus ausstößt, zum Beispiel auf dem Katzenklo, kann das bedeuten, dass sie Schmerzen hat.

 

  • „Das will ich haben!“

Dieser Katzenlaut wird häufig verwendet, wenn der Stubentiger ein Beutetier entdeckt, das er nicht erreichen kann. Ich kann das oft beobachten, wenn unsere Katzen vom Balkon aus im gegenüberliegenden Baum Vögel entdecken. Sie machen dann ein Geräusch, das mehr einem Fiepen als einem typischen Miauen ähnelt und auch als „Schnattern“ bezeichnet wird.

 

  • Der „Wohlfühl-Katzenlaut“ – das Schnurren

Das Schnurren von Katzen ist bis heute ein ungelöstes Rätsel, denn man kann nicht mit Sicherheit sagen, wie sie es hervorrufen. Man hat aber bereits festgestellt, dass es wohl nicht erlernt, sondern angeboren ist. Babykatzen schnurren, wenn die Katzenmutter sie säugt, um ihr zu signalisieren, dass es ihnen gut geht.

 

Katzenlaute - schnurren

Man hört das Schnurren jetzt natürlich nicht...

Warum schnurren Katzen?

Dieser Katzenlaut ist primär ein Ausdruck von großem Wohlbefinden und Sich-geborgen-Fühlen. Oftmals beginnt die Katze zu schnurren, wenn man sie streichelt und sie darauf gerade Lust hat. Katzen schnurren auch manchmal, wenn sie etwas von einem wollen – dies geht meistens mit Reiben und Köpfchengeben einher. Auch beim Schnurren gibt es große individuelle Unterschiede – manche Katzen schnurren quasi unhörbar, dann sind nur ein leises Brummen und die typische Vibration wahrzunehmen. Andere wiederum schnurren so laut und ekstatisch, dass sie dabei den Fernseher übertönen oder einen vom Schlafen abhalten.

Es ist auch schon berichtet worden, dass gestresste oder verletzte Katzen laut schnurren. Eventuell beruhigt das Tier sich damit selbst oder versucht, andere Artgenossen davon abzuhalten, sie anzugreifen.

 

Wie schnurren Katzen?

Wie bereits oben gesagt, ist es immer noch ungeklärt, wie Katzen diesen Laut produzieren. Jedoch gibt es verschiedene Theorien über die Entstehung dieses Geräuschs. Zum einen heißt es, dass Katzen während des Ein- und Ausatmens ihre Stimmbänder so zum Schwingen bringen können, dass es zu diesen Vibrationen kommt. Die Besonderheit am Stimmapparat der Katze liegt darin, dass sie über eine „Vorhof-Falte“ verfügt, welche quasi als zweites Paar Stimmbänder fungiert. Zum anderen ist es möglich, dass die Luft beim Atmen am Zungenbein reibt und der Katzenlaut auf diese Weise erzeugt wird.

Weitere Ansätze gehen davon aus, dass die Kontraktion von Muskeln am Kehlkopf und am Zwerchfell im Zusammenspiel mit der eingeatmeten Luft dieses Katzengeräusch hervorruft.

Allerdings bleibt abzuwarten, ob die Wissenschaft dieses Rätsel lösen kann, denn wie Vince Ebert bemerkte: „Wenn die Katze schnurrt, kann man nicht in sie hineinschauen. Klar, man könnte die Katze jetzt aufschneiden – aber dann schnurrt sie auch nicht mehr.“

 

  • Gurren

Dieser Katzenlaut wird oft verwendet, wenn das Kätzchen etwas haben möchte – zum Beispiel Futter oder Aufmerksamkeit – es tritt aber auch oft auf, wenn man es berührt, wenn es dies nicht erwartet, zum Beispiel während die Katze gerade geschlafen hat. Es klingt wie eine Mischung aus Miauen und Schnurren und geht fragend in die Höhe: „Gggrrrruuu?“

 

  • Fiepen

Manche Katzen behalten die Erzeugung von hohen Tönen aus ihrer Babyzeit bei – wie eine unserer Katzen. Wenn sie also auf ihren Fressnapf wartet, dann gibt hohe, fiepende Bettellaute von sich, die sich in etwa so anhören: „Iiiihhhhhgh?“ Den gleichen Laut macht sie auch, wenn sie etwas jagt.

 

Das hört sich dann so ähnlich an wie bei diesen beiden Katzenbabys im Videos:

 

  • Katzenlaut als Drohung – das Knurren

Das Knurren ist als Vorstufe zum Angriff zu betrachten. Es kann aber auch einfach als Versuch der Abschreckung von einem eigentlich überlegenden Artgenossen oder Feind verwendet werden. Oftmals kann das Knurren beobachtet werden, wenn Katzen eine besondere Mahlzeit für sich alleine haben wollen. Das Knurren bedeutet dann: „Bleib bloß weg, das ist meins, versuch es gar nicht erst!“

 

fauchende Katze

Flickr / The consumerist

  • Zeig die Zähne – Fauchen & „spucken“

Katzen fauchen, wenn sie zeigen wollen, dass sie sich gerade extrem unwohl fühlen, zum Beispiel, wenn sie sich gerade bedroht fühlen, also ängstlich sind, oder wenn sie einen plötzlichen Schmerz erfahren (beispielsweise, wenn man ihnen aus Versehen auf den Schwanz tritt…). Darüber hinaus ist es natürlich auch selbst als Drohsignal zu verstehen: „Bis hierhin und nicht weiter!“ Manchmal erzeugen Katzen diesen Laut auch während des Spielens, wenn sie besonders wild auf das „Beutetier“ sind.

Neben dem schnell ausgestoßenen Luftstoß, der zu einem schrei- und knurrähnlichen Laut führt, werden dabei auch die Lippe nach oben gezogen, die Fellhaare aufgestellt, die Ohren nach hinten gelegt und der Rücken gebuckelt. Zudem werden dem „Gegner“ die Zähne gezeigt.

 

Diese Katze faucht, knurrt und miaut quasi gleichzeitig:

 

Wird das Fauchen extrem schnell ausgeführt, nennt man dies „spucken“. Es ist ein Katzenlaut, den ich vor allem beim Spielen beobachten konnte und der sich eigentlich gar nicht nach Fauchen anhört – wobei es auf den gleichen Lautbildungsprinzipien aufbaut – sondern eher nach einem Niesen. Die Katze schüttelt dabei den Kopf und schlägt nach ihrer „Beute“.

Da das Fauchen und auch seine Interpretation angeboren ist, kann man es auch als Erziehungsmaßnahme einsetzen. Wenn das Tier etwas angestellt hat, was partout untersagt ist, kann man mal versuchen, es mit den Augen zu fixieren und ihm dann ins Gesicht zu pusten.

 

  • Katzenlaute der Verzweiflung: Weinen & Wehklagen

Diese Geräusche kennt wohl fast jeder Halter, der seine Katze schon mal zum Tierarzt bringen musste. Die meisten Katzen hassen das Eingesperrtsein in der Transportbox und das Warten mit den ganzen anderen fremden Tieren, Geräuschen und Gerüchen beim Tierarzt. Der Ausdruck des extremen Unbehagens ist dann eine Mischung aus Jaulen und Wehklagen, der vermutlich darauf abzielt, das Herz des Herrchens oder Frauchens zu erweichen.

 

3 Responses

  1. Alex sagt:

    Ich habe heute meinen Kater von einem fremden Balkon holen müssen, da er von selbst nichtmehr unter gekommen ist. Ich hab nachwievor keine ahnung wie er es geschafft hat da hoch zu kommen. Als ich mit der Leiter gekommen bin war diese leider zu kurz um meinen Kater von der Leiter aus zu packen und mit runter zu nehmen. Also habe ich die Leiter nach oben über das Geländer geschoben damit er über die sprossen nach unten klettern konnte. Als er, zitternd vor Angst, dann bei mir unten ankam und direkt vor mir auf der Leiter stand und sich ängstlich umschaute wo er jetzt am besten hin springt um von der Leiter runter zu kommen machte er Hundeähnliche Knurrlaute. Es hörte sich an als wolle ein Hund seinen Knochen beschützen.. Oder so ähnlich.
    Machen Katzen das öfter wenn sie Angst haben?

    LG ALEX

  2. Josh sagt:

    Ich habe mich immer vor Lachen weggeschmissen, wenn eine Katze sich „aufgeplustert“ hat.
    Sah aus als kämen sie frisch aus der Waschmaschine 😀

  3. Sam sagt:

    Ich glaube ich weiss mittlerweile was Schnurren bedeutet.
    Habe zwei junge Katzen, seit neustens (ein Männchen und ein Weibchen).
    Das Männchen lässt sich zwar mittlerweile auch zwischen drin mal streicheln, aber viel weniger als das Weibchen.
    Und trotzdem, sobald ich es versuche zu streicheln, schnurrt es, läuft dann aber trotzdem weg.

    Das zeigt und verrät schon, was Schnurren eigentlich in Wahrheit bedeuten könnte.
    Und zwar:
    Ich habe dich gern!

    Es sagt nicht unbedingt aus das es Streicheleinheiten mag, sondern einfach:
    „Ich bin in Frieden mit dir.“

    Aber eben, selbst wenn es das sagt, kann es dir zugleich auch sagen:
    „Ich mag dich – „Schnurr“ – Aber ich habe trotzdem kein Bock auf Streicheleinheiten.“

    Wenn man es streichelt es aber nicht Schnurr, dann bedeutet es warscheinlich einfach: „Ich bin Stimmungslos lasch.“
    Also dann sagt es dir gar nichts, weil es Stimmungslos ist.

    Sobald es aber Schnurrt, egal ob es gestreichelt oder nicht gestreichelt werden will, sagt es dir mit Schnurren aus: „Ich bin in Frieden mit dir, ich habe es gut mit dir als Bezugsperson.“

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