Katzenkauf
Katzenbabys kaufen – Vorüberlegungen
5 years ago Posted in: Katzenkauf 0
Katzenbabys kaufen - Vorüberlegungen
Flickr / Riebart

Eine Katzenanschaffung sollte gut überlegt sein

Wenn man mit dem Gedanken spielt, sich eine Babykatze zu kaufen, sollte man zuerst die wichtigsten Faktoren abchecken:

  • Habe ich genug Geld beziehungsweise bin ich bereit, es für meine Katze auszugeben?
Tierart-Besuche kosten Geld

Flickr / Theogeo

Man sollte bedenken, dass die Anschaffung eines Katzenbabies heutzutage recht günstig ist – damit alleine ist es aber bei weitem nicht getan. Laufende Kosten sind beispielweise natürlich das Katzenfutter, das Streu und Katzenspielzeug (Mäuse sind sehr schnell totgespielt). Darüber hinaus muss man sie einmal jährlich impfen – für Freigänger ist das teurer als für reine Wohnungskatzen, weil sie auf mehr Erreger stoßen können und darum weitere Impfungen brauchen. Dann sollte man nicht vergessen, dass Katzen genauso wie Menschen erkranken können, es sollte also immer mehr Geld für den Tierarzt eingeplant werden. Ein Unfall kann auch schnell mal in den 1000er Bereich gehen.

 

  • Ist in meiner Wohnung die Haltung von Katzen erlaubt?

Wenn man mit dem Gedanken spielt, ein Katzenbaby zu kaufen, sollte man einen Blick in seinen Mietvertrag werfen oder den Vermieter fragen, ob man sie auch halten darf. Meistens ist das kein Problem, wenn es sich um eine Wohnungskatze handeln soll. Wenn aber eventuell Gärten von Nachbarn in Mitleidenschaft gezogen werden könnten, muss man manchmal Überzeugungsarbeit leisten. Jedoch sollte man das unbedingt vor dem Kauf tun – es stellt einen großen Stressfaktor für ein Kätzchen dar, wenn es zuerst irgendwo einzieht und sich an einen Menschen bindet und dann wieder woandershin abgegeben werden muss.

 

  • Habe ich eine Allergie?

Genauso sollte man vorher abklären, ob man oder eins seiner Familienmitglieder unter einer Tierallergie leidet. Ich werde immer ziemlich wütend, wenn ich Anzeigen auf Tiervermittlungsseiten lese, wo es immer heißt, man müsste die (meistens einjährige) Katze wegen einer Allergie abgeben. Natürlich kann es mal passieren, dass die Allergie über Nacht kommt, aber in der Häufigkeit erscheint es mir doch auch recht unrealistisch. Im Normalfall ist man ja vorher schonmal mit Katzen in Berührung gekommen und weiß, ob man dann niesen muss oder tränende Augen bekommt. Spätestens, wenn man den potentiellen neuen Mitbewohner in seinem Zuhause besucht, merkt man doch, ob man genau auf diese Katze allergisch reagiert oder nicht.

 

  • Habe ich genug Zeit und Lust, mich mit ihnen zu beschäftigen?

Ja, am Anfang fällt es nicht schwer, ein kleines Katzenbaby lange zu bespaßen, denn man ist fasziniert von dem neuen Spielgefährten und findet es natürlich erstmal sehr süß. Aber auch, wenn man sich an den Anblick gewöhnt hat und der Alltag eingekehrt ist, hat das Kätzchen ein Recht auf Spieleinheiten. Für Menschen, die 10 Stunden am Tag arbeiten oder oft und lange weg sind, ist eine Katze also nichts. Ein Mehrkatzenhaushalt kann manche Phasen der Einsamkeit überwinden, aber dauerhaft sollte das auch nicht sein.

 

  • Wer passt auf die Katzen auf, wenn ich im Urlaub bin?

Katzen woanders hinzubringen, ist eine schlechte Idee. Sie mitnehmen zu wollen, meistens auch. Es gibt Katzen, mit denen funktioniert das wunderbar, diese stellen aber die Ausnahme dar. Katzen sind nämlich eigentlich orts- und revierbezogen. Sie markieren sie ganze Wohnung – ihr Reich – mit ihren Duftstoffen, um sich darin zuhause zu fühlen. Ein Herauslösen aus diesem vertrauten Bereich bedeutet immer Stress für die Katze, das wird jeder wissen, der mit ihr zum Tierarzt muss.

Die Optimallösung ist also, wenn jemand aus dem Freundeskreis oder aus der Familie Zeit und Lust hat, in der Zeit in die Wohnung zu ziehen und sich dort um die Katzen zu kümmern. Wenn das nicht möglich ist, dann sollte wenigstens ein- bis zweimal am Tag jemand in die Wohnung kommen. Wenn das auch nicht geht, dann gibt es noch die Möglichkeit, die Kätzchen in eine Katzenpension zu geben. Diese lösen zwar nicht das Problem mit dem fehlenden Vertrautheitsgeruch und sind zudem meistens recht teuer, dafür sind sie katzengerecht ausgestattet und es wird sich um die Tiere gekümmert.

 

  • Bin ich mir der Arbeit bewusst, die eine Katze macht?
Katzen-Streiche

It wasn't me!

Der Aufwand richtet sich natürlich auch nach der Anzahl der Katzen, die man hat. Hat man mehr als eine Katze, sollte man die Klos zweimal am Tag reinigen. Einmal die Woche muss man darüber hinaus – abhängig von der Streuart, die man verwendet – die Katzen-Toiletten komplett reinigen und das Streu wechseln.

Dann muss, wie bereits gesagt, Zeit zum Spielen und Schmusen mit den Kätzchen gefunden werden. Ein weiterer Faktor, den ich vollkommen unterschätzt habe, ist die Zeit, die man ab jetzt ins Putzen investieren muss, denn Katzen haaren! Einen Tag, nachdem man das Bad geputzt hat, liegen also überall wieder Katzenstreukrümel herum oder Haare im Waschbecken und in der Badewanne. Wegen der Haare muss man auch häufiger saugen, als man es ohne Katzen tun müsste.

 

  • Werden mich Katzengerüche sehr stören?

Egal, wie oft man ein Klo reinigt – es wird natürlich immer ein Rest „Katzengeruch“ in Ihrer Wohnung hängen. Auch das Futter der Katzen hat einen recht intensiven Eigengeruch. Es ist auch kein Geheimnis, dass Katzen öfters mal erbrechen müssen – man darf also als Katzenhalter nicht allzu pingelig und empfindlich sein, was Gerüche angeht. Falls man dem mit Sprays oder Duftstäbchen im Bad entgegenwirken will, kann das auch nach hinten losgehen – manche Katzen reagieren auf diese künstlichen Düfte oder auf Reinigungsmittel so, dass sie den Raum dann nicht mehr betreten – dann stinkt es nicht im Katzenklo, sondern woanders in Ihrer Wohnung.

 

  • Wie ist mein Einrichtungsgeschmack?

Ja, auch diese Frage muss man sich stellen, denn von nun an wird die Wohnung den Bedürfnissen der Katzen angepasst werden müssen. Wenn man einen Balkon hat, muss man ihn mit einem Katzennetz schützen – das trübt ein bisschen das Freiluftgefühl, ist aber notwendig. Außerdem brauchen Katzen auf jeden Fall einen oder mehrere Kratzbäume – auch diese lassen sich vielleicht nicht so gut in Ihre sonstige Einrichtung integrieren. Noch dazu brauchen Kätzchen Spielzeug, mit dem sie sich beschäftigen können, das liegt dann meistens auf dem Boden der Räume herum.

Zudem kann man natürlich nicht verschweigen, dass Katzen – vor allem Katzenbabys, die noch nicht wissen, was sie dürfen und was nicht – schon ab und zu was kaputt machen. Unsere haben beispielsweise beim Kämpfen unseren Fernseher runtergeworfen (ja, einen schweren Röhrenfernseher). Man muss sich also zumindest gedanklich schon mal auf Kratzspuren auf Möbelstücken oder auf heruntergeworfene Dinge einstellen. Ach so, und wenn Sie einen Dielenboden haben – vergessen Sie Ihre Kaution oder schleifen Sie die Dielen vor der Übergabe selbst ab: Krallenspuren werden auf jeden Fall darauf zu sehen sein.

 

Man muss wissen: Katzen können auch nerven

Sie sind weich und niedlich und verschmust – aber Katzen können auch penetrant nerven! Sie können miteinander heftig kämpfen, bis man sie trennt und in verschiedene Zimmer sperrt, nur um dann zu hören, wie sie beide nacheinander miauen. Katzen können auf den Badezimmerteppich pinkeln, sodass man ihn oft waschen muss, sie können dich nachts wecken, weil ihnen langweilig ist und sie können auch morgens um 6 schon Hunger haben und dir das eindringlich mitteilen.

Katzen kämpfen am Karton

Katzen-Kampf

Katzen kennen perfide Tricks, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Unser Kater läuft beispielsweise immer schnurrend vor meinem Laptopbildschirm lang – hin und her, hin und her – und reibt mir jedes Mal eine Vielzahl an Haaren ins Gesicht. Wenn das nichts hilft, dann stellt er sich auf den Nachttisch, guckt mich herausfordernd an und beginnt demonstrativ, nach und nach Sachen hinunterzuwerfen.

 

Das hier trifft es eigentlich ganz gut:

 

 

Wenn man sich aber sicher ist, dass all dies die Faszination nicht trüben wird, die Katzen auf einen ausüben, dann kann man sich nun darüber informieren, woher man am besten ein Katzenbaby bekommt.

 

 

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