Katzensprache - verstehen und richtig deuten
Katzen-Körpersprache verstehen
Katzen-Körpersprache verstehen
Flickr / Johnc24

Die Körpersprache der Katze richtig deuten

Neben den Lautäußerungen ist ebenfalls die Körpersprache der Katze ein gutes Anzeichen für ihren Gemütszustand. Katzen teilen auf diese Weise Artgenossen mit, ob sie zum Spielen aufgelegt sind oder ob man sich lieber von ihnen fernhalten sollte. Weiß der Mensch, worauf er achten muss, kann auch er ebenso den Gefühlszustand seines Haustieres deuten und kann dementsprechend mit ihr schmusen, sie beruhigen oder sie in Ruhe lassen.

Es gibt hinsichtlich der Katzen-Körpersprache Signale, auf die man primär achten muss, um weitere Emotionen zu entschlüsseln, dazu gehört unter anderem die Stellung der Ohren und der Schnurrhaare, außerdem die Beobachtung der Pupille und des Schwanzes.

 

Flickr / Nancy_t3i

 

Die Ohren

Da die Ohren von Katzen beweglich und steuerbar sind, können Katzen nicht nur ihre Ohren der Geräuschquelle optimal anpassen, sondern ebenso Gefühlszustände dadurch ausdrücken. Wenn etwas die Aufmerksamkeit des Tieres auf sich zieht, stellt sie die Ohren nach vorn gerichtet auf. Ist die Katze entspannt, sind ihre Ohren nach außen aufgerichtet.

 

 

 

 

 

 

Kätzchen - angelegte Ohren

Flickr / Andreas D.

Fühlt sie sich allerdings bedroht, klappt die Katze die Ohren nach hinten und macht – je nach potentieller nachfolgender Handlung – sich klein oder groß. Je nachdem, ob sie den Feind beeindrucken oder vor ihm flüchten möchte, duckt sie sich dann und läuft sehr nah am Boden entlang oder sie macht den bekannten Katzenbuckel, stellt die Haare auf und zeigt sich so imposant wie möglich.

 

 

 

 

 

 

Katze verengte Pupille

Flickr / Robbie01

Die Augen

Auch in den Augen kann man manche Gefühlszustände ablesen. Sind die Pupillen stark geweitet, kann dies auf Angst hindeuten, wohingegen verengte Pupillen ein Zeichen von Agression darstellen können.

Hierbei ist natürlich zu beachten, dass die Pupillen der Katze sich vorrangig an die Intesität des Lichteinfalls anpassen – große Pupillen bei starker Dunkelheit oder kleine Pupillen bei direkter Sonneneinstrahlung sind also völlig normal.

 

 

 

Kommunikation mit den Augen – Anfeindung oder Lächeln

Katzen mögen es gar nicht, wenn man sie anstarrt. Sie empfinden dies als Bedrohung und als Aufforderung zum Duell. Umgekehrt bedeutet ein kurzes Schließen der Augen beziehungsweise ein Blinzeln, dass die Katze Ihnen freundlich gesonnen und entspannt in Ihrer Gegenwart ist. So können Sie genauso Ihrer Katze vermitteln, dass Sie sie mögen – in den meisten Fällen wird sie das mit einem freundlichen Zuzwinkern erwidern.

Katzen-Körpersprache - Blinzeln

Flickr / Paul Quinn Photography

 

Der Schwanz

Ebenso durch die Beobachtung des Schwanzes der Katze kann man ableiten, was gerade in ihr vorgeht. Wenn die Katze liegt und döst, hält sie den Schwanz relativ ruhig und zuckt nur ein paar Mal damit. Wenn sie verärgert oder angespannt ist, dann peitscht sie mitunter ruckartig mit ihm umher.

Flickr / Blhphotography

 

Eine erfreute oder neugierige Katze dagegen läuft mit erhobenem Schwanz herum – beispielsweise zum Fressnapf oder wenn sie Sie begrüßen möchte. Ist Ihre Katze verängstigt, legt sie den Schwanz nah an den Körper, manche klemmen ihn auch zwischen die Beine (ähnlich wie ein Hund).

 

 

 

 

Katze mit aufgestelltem Haar

Haare aufstellen
Wenn eine Katze sich sehr erschreckt oder sich sehr bedroht fühlt, werden sich ihre Haare am ganzen Körper aufstellen – besonders imposant ist das am Schwanz zu beobachten. Dadurch soll sie größer auf ihren Feind wirken.

Im Übrigen kommt das bei uns Menschen so ähnlich auch vor – wir bekommen Gänsehaut, nur das „Fell“ fehlt uns inzwischen eben.

 

 

 

 

Katzen – Körpersprache als Liebesbeweis

Nicht zuletzt ist die Körpersprache der Katze auch eins der wesentlichen Mittel, um ihrem Halter ihre Zuneigung und ihr Vertrauen zu zeigen.

 

Körperkontakt im Allgemeinen
Okay, wenn Ihre Katze sich dauernd auf Ihren Schoß setzt und gestreichelt werden will, können Sie kein zu schlechter Dosenöffner sein.

Sie lächelt! 🙂

 

Reiben und Köpfchen-Geben: „Mein Revier!“
Da Katzen am Körper und vor allem im Gesicht Duftdrüsen besitzen, geben sie durch das Reiben an Gegenständen und Artgenossen, aber auch am Menschen, ihren Geruch ab und markiert diese. Sie versehen sie also mit dem Urteil: „Den kenn ich, der ist okay“, oder auch: „Meins – und das bleibt auch meins“.
Ein Köpfchen-Anstoßen ist als großer Zuneigungsbeweis zu verstehen und ist meist als Aufforderung zum Schmusen oder Streicheln gedacht. Manche Katzen springen einem sogar von unten mit dem Kopf in die Hand. Da wir Menschen diese Gerüche im Laufe des Tages verlieren, möchten Katzen sie möglichst bei der Begrüßung durch das Köpfchengeben erneuern. Außerdem finden wir sie dann bestimmt so niedlich, dass wir ihnen sicher schnell ihr Futter geben.

 

Putzen als Katzen-Körpersprache?
Was für uns Menschen vielleicht komisch klingen mag, steht in der Katzenwelt auch für Vertrauen – wenn sich unsere Katzen vor uns ausgiebig putzen, dann fühlen sie sich in unserer Gegenwart sicher. Das gemeinsame Putzen gehört für Katzen zum Aufbau von sozialen Bindungen, daher kann es auch vorkommen, dass mancher Katzenhalter von seinem Tier am Haar geleckt, eben geputzt wird (ja, auch während er schläft).

Allerdings wird Putzen auch als Übersprungshandlung eingesetzt: Wenn die Katze sich in einem Konflikt befindet, den sie erstmal nicht lösen kann – zum Beispiel, wenn sie vor der Entscheidung steht, ob sie angreifen oder flüchten sollte -, kommt es vor, dass sie sich dann erstmal putzt. Die ethomolische Erklärung für dieses Verhalten ist die Annahme, dass sich hier der Flucht- und der Angriffstrieb gegenseitig aufheben, da beide gleich stark sind. Allerdings ist diese Theorie umstritten – zieht dieses Verhalten doch offenbar erstmal keinen evolutionären Vorteil nach sich.

Putzen aus Scham
Haben Sie auch schon mal beobachten können, dass Ihr Haustier auffällig ruhig ist und sich unbeirrt putzt und haben Sie dann eine umgekippte Blumenvase entdeckt? Dann weiß Ihre Katze mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass sie etwas angestellt hat und versucht nun, besonders unverdächtig zu scheinen: „Ich sitz doch hier und putz mich seit Stuuuunden – ich war das sicher nicht!“

 

Katze beim Treteln

Flickr / dichohecho

Treteln oder auch: Pfoten

Sie haben bestimmt schonmal gesehen, was eine Katze manchmal macht, bevor sie sich auf ihrem endgüligen Schlafplatz niederlegt. Richtig, sie pfotet. Dabei hebt sie abwechselnd die Vorderbeine und fährt beim Runterkommen die Krallen aus, um sie sogleich wieder einzuziehen und die Pfote zu heben. Dazu schließt sie meistens die Augen, schnurrt und sieht ein bisschen „abseits von dieser Welt“ aus.
Das Treteln hat seinen Ursprung in der Babyzeit des Kätzchens: Die jungen Katzen führten diesen Milchtritt aus, um die Milchproduktion der Mutterkatze anzuregen. Auch erwachsene Katzen pfoten noch, manche sogar auf ihrem Menschen, die meisten jedoch auf Teppichen, Sofas oder eben jeglichen anderen weichen oder flauschigen Textilien – je nachdem, was gerade da ist, darf’s auch mal eine Plastiktüte sein.

 

 

Das Zeigen des Bauchs – „ich zeig dir, dass ich wehrlos bin“
Auch dies ist als sehr großes Zeichen des Vertrauens zu werten. Wenn Ihre Katze sich vor ihnen auf den Rücken legt, sind ihre empfindlichen Stellen wie Kehle und Bauch ungeschützt, das heißt, sie nimmt an, dass von Ihnen keine Gefahr drohen wird. Wenn Sie auch noch den Bauch des Kätzchens streicheln können, spricht dies für eine vertrauensvolle Bindung.

 

Beißen
Natürlich, Katzen beißen auch zu, wenn man ihre Körpersprache nicht deuten kann oder ignoriert und sie weiter mit Streicheleinheiten nervt, obwohl sie schon die ganze Zeit mit dem Schwanz zuckt oder auch die Hand mit der Pfote versucht abzuhalten.

Manchmal beißen Katzen einem aber auch sanft in die streichelnde Hand oder in den Arm. Diese Art der kätzischen Körpersprache wird auch als „Liebesbiss“ bezeichnet. Hat man sein Kätzchen vielleicht zu früh von der Mutter weggeholt beziehungsweise wurde es größenteils getrennt von der Katzenmama aufgezogen, kann es dazu kommen, dass die Katze nicht von ihr lernt, ab wann ein Biss zu fest und daher als schmerzhaft empfunden wird. Ist dies der Fall, muss man hier nach-erziehen.
Ansonsten ist der sanfte Katzenbiss aber eine Geste der Zuneigung. Man geht davon aus, dass auch hier wieder die Kommunikation von Katzen untereinander auf den Menschen übertragen wird – ähnlich wie bei dem oben beschriebenen Putzen.

 

Die Körpersprache der Katzen ist also recht vielfältig und erst im Zusammenspiel aussagekräftig.

Manchmal muss man allerdings kein Katzenflüsterer sein, um die Emotion entschlüsseln zu können – diese Katze hier wollte offenbar nicht fotografiert werden:

 

Katze beleidigt

Flickr / Felinest

 

 

 

 

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