Katzen-Ernährung
Handaufzucht von Katzenbabys
5 years ago Posted in: Katzen-Ernährung 1
Handaufzucht von Katzenbabys
Flickr / kellinahandbasket

Was muss man alles bei der Flaschenaufzucht beachten?

Eine Babykatze mit der Hand aufzuziehen, ist ein sehr kräfte- und schlafraubendes Unterfangen, darum sollte man sich genau überlegen, ob man es sich zutrauen kann. Leider lässt die Flaschenaufzucht sich nicht umgehen, wenn die Mutterkatze bei der Geburt verstorben oder danach erkrankt ist oder wenn sie die Katzenbabies verstoßen hat. Egal, ob dies der Fall ist oder ob man durch Zufall an ein mutterloeses Baby kommt: Man muss versuchen, ihm seine Mutter – so gut es geht – zu ersetzen, wenn man sich dazu entschließt, diese Anstrenungen auf sich zu nehmen.

Wenn man ein verwaistes Katzenbaby gefunden hat, führt der erste Weg zum Tierarzt. Dieser muss feststellen, wie der allgemeine Gesundheitszustand des Kätzchens ist und ob es zum Beispiel ansteckende Krankheiten oder Parasiten hat.

Darüber hinaus muss man sich einiges an Zubehör anlegen, um das Kätzchen optimal versorgen zu können.

Dazu gehören:

  • Aufzuchtmilch
  • etwas zum Warmhalten des Kitten, zum Beispiel eine Wärmflasche mit Flauschbezug, ein Wärmekissen oder ähnliches
  • Flasche und Sauger, Spritzen zum Füttern (hier kann man sich auch gut vom Tierarzt beraten lassen)
  • eine Waage zum Checken der Gewichtszunahme
  • Wattepads oder Feuchttücher
  • etwas, damit das Katzenbaby einen festen Platz hat, beispielweise ein Kleintiergehege

 

Katzen-Baby in Küchenwaage

Flickr / monastereo

 

 

 

 

Das Kätzchen sollte im Allgemeinen nicht abnehmen. Darum ist es wichtig, dass man es regelmäßig, das heißt bis zu einem Alter von etwa einem Monat täglich, wiegt. Sollte es nicht an Gewicht zunehmen, muss man den Tierarzt aufsuchen.

Ebenso sind natürlich Durchfall, Fieber, Unterkühlung, Atemungewöhnlichkeiten, Verweigerung der Nahrungsaufnahme etc. beim Katzenbaby ein Alarmsignal.

 

 

 

 

 

Die einzelnen Phasen der Kätzchen-Ernährung

  •  Neugeborenes bis zwei Wochen altes Katzenbaby

Die noch blinden und tauben Babys brauchen vor allem eine Wärmequelle (denn sie können ihre Temperatur noch nicht alleine aufrechterhalten), Ruhe und die richtige Ernährung. Das Allerwichtigste ist daher, dass sie in dieser Zeit alle zwei Stunden gefüttert werden, und zwar Tag und Nacht. Oftmals schlafen neugeborene Kätzchen fast die ganze Zeit, daher kann es vorkommen, dass man sie zum Füttern wecken muss. Bei sehr schwachen Katzenbabies kann man die Frequenz auf einmal stündlich erhöhen. Die richtige Fütterung geschieht mit angewärmter – aber nicht heißer! – Aufzuchtmilch, die mithilfe von Spritzen oder in speziellen Fläschchen mit länglichen Nuckeln verabreicht wird. Damit die Katzenbabys sich nicht verschlucken können, muss darauf geachtet werden, dass die Öffnung des Aufzuchtaufsatzes möglichst klein ist und so nur geringe Mengen an Milch auf einmal rausgenuckelt werden können. Außerdem ist es sehr wichtig, dass man das Kätzchen nicht wie ein Menschenbaby in Rückenlage füttert, da dies die Wahrscheinlichkeit des Verschluckens erhöht. Setzen Sie es sich also auf den Schoß und füttern Sie es dann.

 

Hier ist ein Beispiel für die nicht-optimale Fütterung: Kätzchen in Rückenlage

Babykatze Flaschenaufzucht

Flickr / Eirik Newth

So ist es richtig: Babykatze sitzt aufrecht und kann sich dadurch nicht so schnell verschlucken

kleines Kätzchen mit Flasche

Flickr / David~O

 

Hier nochmal als Video:

 

Nach jeder Mahlzeit muss man die Bauchregion hin zum Po des Kätzchens massieren, am besten mit einem Feuchttuch, einem lauwarm angefeuchteten Waschlappen oder einem weichen Taschentuch. Damit simuliert man das Lecken der Katzenmama, ohne das die Babys nicht verdauen können. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass das Kätzchen Kot und Urin absetzt. Nach der erfolgreichen Fütterungsprozedur kann man ein bisschen mit den Babys kuscheln.

kleines Kätzchen im Arm

Flickr / kellinahandbasket

 

  • ab zwei Wochen bis vier Wochen: Fütterung alle 3 Stunden

In einem Alter von zwei Wochen sollte die Babykatze ihre erste Wurmkur bekommen. Dies wird dann im zwei-Wochen-Takt wiederholt. Die Augen der Kätzchen sind nun geöffnet, obgleich sie noch kein gutes Sehvermögen haben. Außerdem wachsen ihnen in diesem Zeitraum die ersten Zähnchen. Das Füttern des Katzenbabies kann jetzt auf alle drei Stunden verringert werden, das Ausmassieren ist immer noch sehr wichtig. Ab etwa drei Wochen können die Kätzchen hören und sehen und machen ihre ersten vorsichtigen Schritte.

  • ab der vierten Woche: langsames Umstellen an die selbständige Ernährung

Nun kann man das Tier behutsam an feste Nahrung und an eigenständiges Fressen gewöhnen. Man füttert das Kätzchen dafür tagsüber ganz normal, bietet aber zusätzlich und in der Nacht ausschließelich Nassfutter an, das meistens leichter akzeptiert wird, wenn man es leicht erwärmt. Auch Rinderhackfleisch oder Babybreie eignen sich.

Ab einem Lebensalter von einem Monat ist es auch an der Zeit, den Katzenbabys ein gut zu erreichendes Katzenklo hinzustellen, damit sie lernen, selbständig auf Toilette zu gehen. Ab der fünften Woche kann man die Flaschenmahlzeiten auf dreimal täglich reduzieren. Sollten die Katzenbabies murren und lieber gefüttert werden wollen, muss man manchmal hart bleiben, denn nur so können sie sich an die selbständige Ernährung gewöhnen. Ab der sechsten bis achten Woche können die Kätzchen erstmals gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft werden, aber auch hier ist der Entwicklungsstand der Kitten entscheidend, also lässt man sich am besten vom Tierarzt beraten.

 

 

 

One Response

  1. Janny sagt:

    Leider fehlt wie bei vielen anderen Seiten auch der Hinweis auf die Kotbeschaffenheit und auf die Aufzuchtsmilch-Qualität. Dadurch, daß dies in Foren oder auf ähnlichen Webseiten völlig falsch oder gar nicht erwähnt wird, habe ich 2 von 3 Neugeborenen verloren.

    Mir wurde im Zooladen das Gimpet-Aufzuchtsmilchpulver empfohlen. Da ich nicht erkannte, daß die unregelmäßig auftretenden, sehr harten Köttel eine Verstopfung anzeigten (wie ich später nachlesen konnte, verursacht dieses Milchpulver häufig Verstopfungen), wäre beinahe auch noch das 3. Kätzchen verendet. Erst als ich beim 3. Tierarzt endlich mittels Einlauf und qualitativ besserer Milch sah, daß der Kot weich, hell und regelmäßig (täglich) kam, war ich schlauer.

    In den meisten Foren wird von einigen Wichtigtuern behauptet, daß Kätzchen anfangs überhaupt keinen festen Kot ausscheiden, da sie nur Flüssigkeit zu sich nähmen. Was für ein fataler Unsinn!!! Vermutlich haben diese Leute bisher nur Katzenfamilien beobachtet, wo die Katzenmutter alle Spuren wegschleckte, so daß nie eine Ausscheidung zu sehen war. Somit wartet man gar nicht darauf und wenn dann endlich so ein hartes Dingens rauskommt, weiß man nicht, ob es damit seine Richtigkeit hat. Selbst die ersten 2 Tierärzte konnten mir dazu keine Informationen liefern. Bitte helfen Sie auf Ihrer Webseite mit, diese notwendigen Angaben zu verbreiten, um Leuten in ähnlicher Situation zu helfen.

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